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Phil / Biographie
Sänger, Drummer, Songschreiber, Schauspieler, Produzent. Der Brite Phil Collins ist ein Multitalent - und das hat ihn zum 500-fachen Millionär gemacht. Über 70 Millionen verkaufte Platten zeugen vom Erfolg seiner Musik. Zählt man seine Mitarbeit bei Genesis und sein Mitwirken an anderen Projekten hinzu, kommt man auf über 200 Millionen Tonträger, auf denen er sich verewigt hat.
Philip David Charles Collins, so sein eigentlicher Name, wurde am 30.Januar 1951 in London geboren. Er besuchte eine Schauspielschule. Seit seinem 12.Lebensjahr spielte er Schlagzeug. Zuerst arbeitete er als Schauspieler, doch seine richtige Karriere begann 1971, als er auf eine Anzeige aufmerksam wurde. Die damals noch recht unbekannte Band Genesis mit Frontmann Peter Gabriel suchte einen Schlagzeuger. Der Sänger Gabriel, selbst Schlagzeuger in früheren Jahren, war sofort überzeugt von Phil Collins Fähigkeiten als Drummer.
Genesis wurde schnell bekannt. Als 1974 Peter Gabriel die Band verließ, gab es einen "Run" auf den freien Sänger-Posten. Der Rest der Band hörte sich eine Menge Demo-Tapes an und lud viele Kandidaten zur Vorstellung, doch niemand konnte Gabriel ersetzen. Schließlich wurde Phil Collins, der schon zuvor als Hintergrundstimme agierte, der neue Frontmann. Es ist nicht untertrieben, wenn man sagt, daß es seiner markanten, einfühlsamen Stimme zu verdanken ist, daß Genesis erst richtig populär wurde. Unter seinem Einfluß entwickelte Genesis einen für die breite Masse zugänglicheren Stil.
Obwohl mit der steigenden Popularität von Genesis viel Arbeit verbunden war, spielte Phil Collins parallel in der Band Brand X mit, die vor allem dem Jazz zuzurechnen ist, aber nur mäßig erfolgreich war. Vermutlich dachte Phil Collins zu dieser Zeit nicht daran, einmal eine Solo-Karriere zu starten. Doch persönliche Probleme leiteten ihm den Weg dorthin.
Ende der 70er Jahre machte Genesis eine lange US-Tour, mit der man den schwierigen amerikanischen Markt erobern wollte. Seine Ehefrau Andrea konnte Phil´s lange Abwesenheit nicht ertragen und machte ihm vor der Tour deutlich, daß sie unter diesen Bedingungen keine Beziehung führen könne. Phil versprach ihr, daß dies die einzige lange Tour sei, die er mit Genesis machen würde. Doch als er zurückkehrte, hatte sie ihn verlassen.
Dies war ein schwerer Schlag für Phil Collins. Er nahm eine Auszeit von der Band und verbrachte die freie Zeit allein zuhause, vorwiegend vor seinen Musikinstrumenten sitzend. Unwissend, daß er beim Herumspielen mit diesen seine erste Solo-Platte produzierte, schrieb er traurige und melancholische Songs - darunter den legendären Song "In the Air tonight". Sein erstes Album namens "Face Value" erschien 1981 und enthält 12 Songs, von denen zwei auch den Weg in die US-Top 20 fanden ("In the air tonight" und "I missed again").
Während er weiter bei Genesis als Frontmann arbeitete, produzierte er weitere Solo-Alben. Es folgten "Hello, I must be going" (1982), "No jacket required" (1985), "But seriously" (1989), "Serious hits... live" (1990), "Both sides" (1993) und "Dance into the light" (1996).
Collins produzierte "Both sides" ganz allein. Jedes Instrument ist von ihm selbst gespielt. "Both sides ist Teil eines großen Umbruchs in meinem Leben", sagt er selbst. "Ich merkte, daß niemand sonst verstehen könnte, wo die Musik herkommt." Tatsächlich ist die Musik ebenso melancholisch, wenn auch ausgereifter, als in "Face Value".
Seit dem Erscheinen von "Both sides" passierte recht viel in Phil Collins Leben: in Hinsicht auf seine musikalische Arbeit ist das Ende seiner langjährigen Mitarbeit bei Genesis zu nennen. Während seiner Arbeit an "Both sides" habe er bemerkt, daß er sich künftig allein auf seine Solo-Karriere konzentrieren wolle. So hat er sich mit Mike Rutherford und Tony Banks getroffen, die seine Entscheidung in vollem Umfang akzeptierten. Weit wichtiger für Phil´s musikalische Ausrichtung zu der Zeit war aber seine zweite Scheidung, eine neue Beziehung und der Wechsel seines Wohnsitzes nach Genf (Schweiz).
Das darauf folgende Album "Dance into the light", welches 1996 veröffentlicht wurde, kommt ganz anders daher. Es strahlt Lebensfreude aus. Phil Collins im O-Ton: "Die neue Platte ist eine Kehrtwende insofern, daß sie wirklich nach vorne gerichtet und optimistisch ist - genauso wie ich zur Zeit fühle." Ohne Zweifel: die neuste CD ist Ausdruck der neuen Lebensumstände von Phil Collins, vor allem einer funktionierenden Beziehung zur Freundin Orriane Cevey. Collins spielte die CD diesmal mit seiner Band ein. Im Gegensatz zu "Both sides", wo das Schlagzeug eine wichtige Rolle spielte, ist es Gitarren-orientiert. Ein schönes Geschenk ist, daß neben 12 neuen Songs eine Cover-Version von Bob Dylans "The times they are a-changin´" zu finden ist.
1998 veröffentlichte Phil Collins das Album "Hits", auf dem sich 15 Songs befinden. Es enthält eine Auswahl seiner größten Hits sowie Soundtracks von Filmen, an denen er mitwirkte (z.B. "A groovy kind of love" aus dem Gangster-Film "Buster" von 1988).
Was seine berufliche Situation anging, hat es Phil Collins immer geschafft, zweigleisig zu fahren. Das soll heißen: er hat neben der Musik auch immer an Filmen mitgearbeitet, ob als Schauspieler, Komponist oder - wie beim 1999 erschienenen Film "Tarzan" - als Produzent. Dabei hat er gezeigt, daß er ebenso einfühlsame Rollen (z.B. in "Buster") wie auch extrovertierte und komödiantische Rollen ("Frauds") übernehmen kann. Nicht zuletzt deshalb ist Phil Collins ein Multitalent.
Neben der Arbeit ist soziales Engagement für Phil Collins sehr wichtig. Beides verband er bei seinem Doppel-Auftritt beim Live Aid am 13.Juli 1985, welches von Bob Geldof organisiert wurde. Collins spielte in in Wembley (Großbritannien) und flog danach mit der Concorde nach Philadelphia (USA). Somit ist er der erste Künstler, der am selben Tag einmal in Europa und einmal in Amerika aufgetreten ist.
Noch ein paar Worte zu Genesis: Mike Rutherford und Tony Banks haben in Ray Wilson einen neuen Frontmann gefunden, dessen Stil für manchen langjährigen Genesis- und Phil Collins-Fan sicher gewöhnungsbedürftig ist. Zur Zeit sieht es so aus, als könne Genesis nicht an die Erfolge anknüpfen, die sie mit Phil Collins hatten. Es kamen Gerüchte auf, es könne eine Genesis-Tour in der alten Formation mit Phil Collins, Peter Gabriel, Mike Rutherford und Tony Banks geben, um ein Sammel-Album zu promoten. Konkrete Infos gibt es aber nicht. |